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NEUJAHRSEMPFANG der Stadt Mengen am 13. Januar 2019

15.01.2019

Ehrungen mit der Silbernen Verdienstmedaille und Festrede von Zukunftsforscher Kai Arne Gondlach zum Thema „So leben und arbeiten wir in der Zukunft“

Wieder einmal konnte Bürgermeister Stefan Bubeck zum Neujahrsempfang der Stadt Mengen am 13. Januar 2019 über 400 Gäste im Bürgerhaus Ennetach begrüßen, u. a. die Landtagsabgeordneten Klaus Burger (CDU) und Andrea Bogner-Unden (Bündnis90/Die Grünen) sowie Bürgermeister der benachbarten Städte und Gemeinden. Festredner des Neujahrsempfangs war Kai Arne Gondlach, einer der ersten akademischen Zukunftsforscher Deutschlands, der sich mit Studien und Analysen zu künftigen Lebenswelten, Geschäftsmodellen und Organisationsformen beschäftigt. 

Bürgermeister Stefan Bubeck begrüßte in seiner Eröffnungsrede die mehr als 400 Gäste, die der Einladung ins Bürgerhaus Ennetach gefolgt waren. Unter den geladenen Gästen waren u. a. die Landtagsabgeordneten Klaus Burger (CDU) und Andrea Bogner-Unden (Bündnis90/Die Grünen), der ehemalige Landrat Dirk Garte, Bürgermeister der Nachbargemeinden, Vertreter der Kirchen, Stadträte, Unternehmer sowie weitere Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Kirchen und des gesellschaftlichen Lebens. Auch die Träger der städtischen Verdienstmedaillen hatten sich zahlreich eingefunden. In diesem Jahr fanden, nach dem Ausfall des Programmpunktes im letzten Jahr, auch wieder Ehrungen und die Verleihung der Silbernen Verdienstmedaillen an vier Mengener Bürgerinnen und Bürger statt.

Zukunft steht im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs
Bürgermeister Stefan Bubeck stellte die Zukunft in den Mittelpunkt des diesjährigen Neujahrsempfangs. „Wen interessiert es nicht, was ihn in 1, 2, 3 oder 10 Jahren erwartet“ stellte er die Frage ans Publikum. „Wie werden wir in der Zukunft leben, arbeiten und wie verändern sich unser Lebensumfeld und unsere Umgebung? Wieviel Einfluss haben wir auf unser Leben und können den Wohlstand erhalten oder sogar verbessern? Viele Fragen, auf die wir Antworten suchen“ so Bubeck weiter in seiner Eröffnungsrede. 

„So leben und arbeiten wir in der Zukunft“
Zu diesem Thema hielt der Zukunftsforscher, Soziologe und Politikwissenschaftler Kai Arne Gondlach seinen überaus interessanten Vortrag, der die Gäste im Bürgerhaus Ennetach fesselte und ungeahnte Bilder und Zukunftsvorstellungen in den Köpfen hervor rief.
Gondlach ist einer der bekanntesten Zukunfts- und Trendforscher Deutschlands. Als Querdenker und Visionär blickt er weit über den Tellerrand hinaus und untersucht, wie und in welche Richtung sich unsere immer digitalere Gesellschaft verändert. Seinen beeindruckenden Vortrag eröffnete er mit einem simplen Beispiel, das bereits heute in einigen Werbespots gezeigt wird: eine fiktive Person steht morgens auf und tritt vor einen digitalen Spiegel. Der Spiegel erkennt die Person und blendet automatisch relevante Werte, wie Blutdruck oder Herzfrequenz ein. Parallel aktiviert sich eine Software, die die Vitalwerte zusammenfasst. „Sie sind heute zu zwölf Prozent krank“ ist die Diagnose des digitalen Spiegels und es wird automatisch eine Krankmeldung an den Arbeitsgeber versendet. Gleichzeitig wird in der Küche bereits ein gesundheitsfördernder Vitamindrink zubereitet. 

Digitalisierung des Menschen
Digitalisierung gibt es bereits seit 1941 durch die Erfindung der Rechenmaschine Z3 von Konrad Zuse, die als erster funktionstüchtiger Computer der Welt gilt. Und bereits heute gibt es z. B. die Apple-Watch, die u. a. Blutdruckmessungen vornehmen kann. Eine Weiterentwicklung ist ein in die Hand transplantierter Chip, den Gondlach selbst trägt und damit z. B. elektronische Türen öffnen kann. „In ein paar Jahren“ so Kai Arne Gondlach weiter „werde ich mit diesem Chip bei Edeka an der Kasse zahlen können“ und bereits 2040 könnte es die ersten Implantationen im Gehirn geben. Der Chip könnte nicht nur Informationen ans Gehirn abgeben, sondern auch umgekehrt, das Wissen und Bewusstsein eines Menschen speichern. Ethische Vorbehalte, so betonte Gondlach immer wieder während seines Vortrages, sind ein gesondertes Thema bei dieser rasanten digitalen Entwicklung.

Quanten-Computer, Alexa und Autonomes Fahren
Mit der Einführung der ersten Quanten-Computer im Jahr 2022 wird ein neues Computer-Zeitalter anbrechen, ist sich Kai Arne Gondlach sicher und bereits 2030 eine Maschine genauso intelligent wie ein Mensch sein. „Alexa“ braucht in zehn Jahren keine gesprochenen Kommandos mehr, es reicht z. B. der Gedanke an Hunger und „Alexa“ bestellt mittels Gedankenübertragung automatisch die Lieblingspizza.

Kai Arne Gondlach gab mit seinem Vortrag einen beeindruckenden Ausblick auf unsere digitale Zukunft und dem von seinen Ausführungen gefesselten Publikum elementare Denkanstöße mit auf den Weg – Ist Nähe eine Distanz in Metern? Ist Vertrauen nur eine menschliche Eigenschaft und in naher Zukunft evtl. sogar die Ehe mit Maschinen möglich?

Ein greifbareres Abschlussthema war das Autonome Fahren; Gondlach ist sich sicher, dass ab 2030 einige Straßen ausschließlich dafür vorgehalten sein werden. Flugdrohnen und 3D-Drucker, an denen man sich z. B. selbst seine Kleidung ausdrucken kann, gibt es bereits heute. Mit diesen Druckern können innerhalb weniger Stunden sogar Autos, Häuser und selbst Fleisch gedruckt werden. Eine Weiterentwicklung wäre der Druck von Organen, die mittels menschlicher Stammzellen produziert werden könnten – eine nicht nur revolutionäre sondern auch hilfreiche Möglichkeit, dem Mangel an Spender-Organen ein Ende zu setzen.

Bürgermeister Stefan Bubeck dankte Kai Arne Gondlach sehr für seinen überaus interessanten Vortrag, mit dem er eine wissenschaftlich fundierte Brücke zwischen Science-Fiction und dem, was sich heute bereits für unsere Zukunft abzeichnet, geschlagen hat. 

Ehrungen mit der Silbernen Verdienstmedaille
Nach einem Musikstück des Musikvereins Ennetach, der den gesamten Neujahrsempfang musikalisch umrahmte, fanden die städtischen Ehrungen statt. Dieses Jahr konnten sich vier Bürgerinnen und Bürger, die sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben, über die Silberne Verdienstmedaille freuen.  

Als erste zu Ehrende bat Bürgermeister Stefan Bubeck Anita Hügle zu sich. Anita Hügle leitet seit 2002 den Seniorenkreis in Rulfingen, den es bereits seit Anfang der 70er Jahre gibt. Dort gestaltet sie für ca. 40 Seniorinnen und Senioren unter anderem monatliche gesellige Stunden sowie regelmäßige Ausfahrten. Im Krankheitsfall besuchen sich die Mitglieder regelmäßig und machen sich die Krankheitszeit somit gegenseitig erträglich. Bereits vor ihrem Engagement im Seniorenkreis hatte Anita Hügle sich ehrenamtlich zum Wohle ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger eingesetzt und nähte als Leiterin der vereinseigenen Nähstube der Mengener Narrenzunft acht Jahre lang die „Fasnetshäser“, die noch heute getragen werden. 

Für seine jahrzehntelange Förderung des Chorgesangs und großartiges Engagement für den Gesangverein Liederlust Ennetach sowie den Altenklub „Alte Füchse“ wurde Reinhold Hinder geehrt. Reinhold Hinder ist seit über 30 Jahren nicht nur als Sänger, sondern auch lange Zeit als 1. und 2. Vorstand im Gesangverein Liederlust Ennetach aktiv und hat damit das Vereinsleben entscheidend mitgestaltet und geprägt. Als Bespiele nannte Bürgermeister Stefan Bubeck die Teilnahme am Straßenfest in Ennetach, den Herbsttreff, den Weihnachtsmarkt oder die „Tour de Ländle“. Bei den Umzügen anlässlich der Heimattage mit der Römergruppe Ennetach verkörperte Reinhold Hinder stilvoll gekleidet den Gott „Baccus“. Im Altenklub „Alte Füchse“ gehört Reinhold Hinder seit vielen Jahren dem Beirat an und lenkt mit großem Einsatz die Geschicke des Vereins.
 
Als nächsten zu Ehrenden bat Bürgermeister Stefan Bubeck Dietmar Lehleiter zu sich. Er ist bereits seit 47 Jahren Mitglied des FC Blochingen und bestritt als aktives Mitglied weit über 400 Fußballspiele für den Verein. Dietmar Lehleiter übte insgesamt über 30 Jahre verschiedene Funktionärstätigkeiten innerhalb des Vereins wie z. B. das Amt des Schriftführers und Kassiers aus. Zudem regte er 1994 die Gründung eines Fördervereins an und übernahm auch dort selbstverständlich Verantwortung, zunächst 16 Jahre als 2. Vorsitzender und seit 2010 als 1. Vorsitzender. Neben den Arbeitseinsätzen auf dem Vereinsgelände wurden zahlreiche Blochinger Feste und Veranstaltungen von Dietmar Lehleiter mitgestaltet, sodass man ihn zu Recht „Mister FC Blochingen“ nennen könne, so Bürgermeister Stefan Bubeck. Dietmar Lehleiter ist zudem seit 2009 Mitglied des Ortschaftsrates in Blochingen.

Last but not least wurde Anja Fischer für ihre großartigen Erfolge im Sommerbiathlon mit der Silbernen Verdienstmedaille der Stadt Mengen ausgezeichnet. Anja Fischer ist die erfolgreichste Sportlerin der Schützengilde Ennetach seit Vereinsgründung im Jahre 1963. Als Kaderathletin des Baden-Württembergischen Triathlonverbandes wurde sie 2008 Mitglied der Schützengilde, trainierte dort selbst und half mit, den Biathlonsport neu aufzubauen. Dafür musste Anja Fischer nur noch ihre guten läuferischen Qualitäten mit dem Schießsport kombinieren. Als größte Wettkampferfolge sind seit 2011 unter anderem 8 Deutsche Meistertitel, 11 Silber- und 6 Bronzemedaillen im Jugendbereich und später im Damen-Wettbewerb (Einzel und Mannschaft) des Sommerbiathlons und Target-Sprints zu nennen. 2016 folgten internationale Titel bei den ISSF-Weltcup-Wettbewerben und 2017 die Teilnahme an den Weltmeisterschaften, bei denen Anja Fischer in der Damenklasse im Target-Sprint-Mixed-Team die Bronzemedaille gewann. 
        
Bürgermeister Stefan Bubeck bedankte sich bei allen Geehrten nochmals für Ihr herausragendes Engagement und ihre Leistungen und schloss damit den offiziellen Teil des Neujahrsempfangs 2019. Ebenfalls dankte er den zahlreichen Mitwirkenden der Veranstaltung und lud alle Gäste zu dem anschließenden Stehempfang mit leckerem Essen, einem guten Getränk und interessanten Gesprächen und Begegnungen ein. 

Fotos: Markus Haile

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