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Martinskirche

Martinskirche

Die Martinskirche wird erstmals 1275 erwähnt; der Turm soll schon um das Jahr 1000 gestanden sein. Vermutlich war sie eine Eigen-(Privat-)kirche für die Zinsleute der Herrschaft, denen die "Kazet" gehörte und die das Patronat über diese Kirche hatten. Um 1276 gehörte sie mit anderen Höfen und Hofstätten dem Kloster Beuron, das in diesem Jahr seinen Besitz innerhalb der Stadt gegen Güter außerhalb der Stadtmauern mit Albert von Kiburg tauschte. Als im Jahr 1303 Konrad Wild, ein Bürger von Mengen, auf ein Hofgut, das er in pfandschaftlichem Besitz hatte und mit dem der Kirchensatz von St. Martin verbunden war, Verzicht leistete, schenkte Herzog Friedrich von Österreich 1304 die Martinskirche samt den dazugehörenden Gütern den hiesigen Wilhelmitern, die die Martinspfarrei bis zur Aufhebung des Klosters 1806 versahen. Mit der Aufhebung des Klosters kam die Kirche in die Hand des Staates und wurde als Salzmagazin genutzt. Eine Kommission aus Stuttgart bestimmte die baufällige Kirche zum Abbruch und schrieb die Glocken zum Verkauf aus. Dem edlen Gabriel von Steinberg gelange es, den württembergischen König umzustimmen, und Mengen erhielt die Martinskirche, die sie baulich zu unterhalten hatte, und musste nur für die Glocken etwas bezahlen.Vom ursprünglichen Bau der Kirche ist außer dem Turm nicht mehr viel erhalten. Beim Brand 1819 litt sie schwer; der Schutt schichtete sich so um die Kirche auf, dass ihr Fußboden heute unter der Straßenhöhe liegt. Die Bilder der 14 Nothelfer wurden vom Mengener Künstler Jakob Bauer in den Jahren 1914-1916 erschaffen. Von 2003-2012 wurde die Kirche vom Freundeskreis Martinskirche e.V. grundlegend renoviert.