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Fuhrmannsbrunnen

Fuhrmannsbrunnen

Die Fuhrmannsstadt Mengen erhielt im Rahmen der Neugestaltung 2012 im Stadtzentrum vor der Martinskirche einen neuen Brunnen. Der „Fuhrmannsbrunnen“ soll an die jahrhundertelange Tradition der Stadt als Handels- und Fuhrmannsstadt erinnern. Auf der bronzenen Brunnenoberfläche eingearbeitete historische Daten und Ereignisse „erzählen“ von der interessanten Geschichte der ehemals vorderösterreichischen Donaustadt Mengen und von Persönlichkeiten, die in der Stadt ihre „Spuren“ hinterlassen haben. Die Spuren wurden im Rahmen eines Fuhrmannstages am 9. Oktober 2011 von echten Fuhrwerken und Personen als Gipsabdrücke genommen und in die Brunnenoberfläche gegossen.

Entstehung des Fuhrmannbrunnens

Fuhrmannsbrunnen
Fuhrmannsbrunnen

Wichtige zeitgeschichtliche Ereignisse, die für den Brunnen prägend wirken:

  • Östlich von Mengen wurden die metallenen Beschläge zweier Wagen aus der Bronzezeit gefunden, welche als „Mengener Wagen“ bekannt sind.
  • Kaiser Friedrich I. Barbarossa ritt während seiner Regierungszeit oftmals auf der „Königstrasse“ durch Mengen. Am 15.05.1170 hielt er in Mengen einen Hoftag ab.
  • Mit der Verleihung der Stadt- und Marktrechte durch Rudolf von Habsburg 1276 erlebte Mengen einen großen Aufschwung.
  • Am 18. Mai 1632 standen die Schweden vor Mengen. Die wundersame Errettung wurde der „Mutter Gottes unter dem Ölberg“ zugeschrieben und wird heute noch als Maifest gefeiert.
  • Auf ihrem Brautzug von Wien nach Paris zur Hochzeit mit Ludwig XVI. machte Marie Antoinette am 02.05.1770 Rast in Mengen in der Wirtschaft zur Harfe.
  • Am 8. Oktober 1819 konnte die Feuerwehr Mengen trotz ihrer Löschwagen den großen Brand nicht löschen. 88 Gebäude wurden zerstört, 116 Familien waren betroffen.
  • 2007 wurde der Mengener Daniel Unger in Hamburg Triathlonweltmeister.

Fuhrmannsgeschichte

Mengens Historie reicht weit zurück. Ausgrabungen haben gezeigt, dass Mengen bereits in der Bronze- und Römerzeit besiedelt war.

Ein Grund hierfür war sicherlich die verkehrsgünstige Lage. Früher herrschte hier ein starker Fuhrwerksverkehr vom Elsass über den Breisgau gen Ulm oder Memmingen.

Die Fracht aus Westen bestand dabei regelmäßig aus Wein, Eisen, Gips, Mühlsteinen und sogar aus Schnecken. Auf der Rückfahrt brachten die Fuhrleute meist Salz aus der Gegend um Innsbruck mit, aber auch Talg, Hopfen, Wolle und Mehl.

Neben der Stadt Mengen haben auch die Fuhrleute eine lange Geschichte. Die ersten Beweise für die Existenz eines selbständigen Fuhrgewerbes gehen auf das 13. Jh. zurück. Nicht selten zogen zehn bis zwölf Wägen an einem Tag durch Mengen. Dazu kamen noch die Mengener Fuhrleute. Jeden Montagmorgen war besonders reger Durchgangsverkehr. In den Höfen der Gastwirtschaften herrschte geschäftiges Treiben. Es wurden Waren ab-, auf- und umgeladen. Neben den Wirten hatten auch die Bäcker, Wagner, Sailer und nicht zuletzt die Schmiede merklichen Nutzen.

Eine Zunft, wie für die anderen Berufe, ist für die Fuhrmänner zwar nicht nachgewiesen. Sie hatten jedoch eine strenge Ehr- und Berufsauffassung. Aus dem Jahr 1691 ist der Wortlaut des Fuhrmannseides überliefert. Der Fuhrmannsbetrieb in Mengen fand sein Ende mit der Eröffnung des Eisenbahnverkehrs um 1870.

Aktuell wurde das Thema „Fuhrmannsstadt“ wieder durch die Innenstadtsanierung, da diese der Altstadt ein neues Gesicht verleiht. Die Hauptstraße, die von Ost nach West den historischen Handelsweg markiert, bleibt aber der wichtigste öffentliche Raum. Ein Brunnen mit eingegossenen Spuren von Fuhrwerken und den dazugehörigen historischen Daten stellt dies im Herzen von Mengen dar.

Fuhrmannseid

"Ich schwöre einen Eid zu Gott, dass ich das Gut, das mir zu fahren aufgeladen wird, für billigmäßige Belohnung dahin fahre, treulich verwahren und redlich überliefern will."

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